Die große Altersvorsorge-Übersicht

Riester, Rürup, bAV, private Rente oder ETF-Depot? Diese Übersicht zeigt dir die drei Schichten der Altersvorsorge, wie du deine Rentenlücke berechnest und woran du erkennst, ob ein Angebot etwas taugt.
DK FinanzkanzleiJoel Dakaj & Flamur Kastrati · Aachen
+49 173 1038570
info@dk-finanzkanzlei.deSTAND 2026
48 %Rentenniveau vor Steuern, gesichert bis 2031
1 %-PunktKosten = rund 20 % weniger Endkapital über 35 Jahre
bis 15 %Arbeitgeberzuschuss bei der bAV
Die richtige Reihenfolge: Bedarf ermitteln → Lücke berechnen → Sparrate festlegen → dann erst das Produkt auswählen. Wer mit dem Produkt anfängt, kauft am Bedarf vorbei. Genau das passiert in den meisten Beratungen.

1Die drei Schichten der Altersvorsorge

SchichtProdukteVorteilNachteil
1 – BasisGesetzliche Rente, Versorgungswerk, RürupHohe Steuerersparnis in der AnsparphaseNicht kündbar, nicht beleihbar, nur als lebenslange Rente
2 – GefördertRiester, betriebliche AltersvorsorgeZulagen bzw. Ersparnis bei Steuer und SozialabgabenAuszahlung voll steuerpflichtig, bAV zusätzlich KV-pflichtig
3 – PrivatFondspolice, ETF-Depot, private RenteMaximale Flexibilität und freie VerfügbarkeitKeine Förderung, Kosten und Steuern entscheiden über das Ergebnis

2Welche Förderung passt zu wem?

WegLohnt sich besonders fürKernmechanik
RiesterAngestellte mit Kindern und mittlerem EinkommenGrundzulage plus Kinderzulage, wenn vier Prozent des Vorjahresbruttos eingezahlt werden – Förderquote teilweise über 50 Prozent
Rürup / BasisrenteSelbstständige und Gutverdiener mit hohem GrenzsteuersatzBeiträge als Sonderausgaben absetzbar – bei 42 Prozent Grenzsteuersatz zahlt der Staat einen erheblichen Teil mit
bAVAngestellte mit gutem Arbeitgeber-RahmenvertragBeiträge aus dem Brutto, spart Steuern und Sozialabgaben, bis zu 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss
Private Rente / FondspoliceAlle, die Flexibilität und Renditechance wollenNach zwölf Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 nur hälftige Ertragsbesteuerung
ETF-DepotDisziplinierte Sparer mit langem HorizontNiedrigste Kosten, dafür laufende Abgeltungsteuer und Vorabpauschale

3Deine Rentenlücke in vier Schritten

SchrittRechenwegBeispiel
1. BedarfHeutiges Netto × 0,83.000 € × 0,8 = 2.400 €
2. Gesetzliche RenteWert aus deiner Renteninformation1.350 €
3. Lücke heuteBedarf minus Rente2.400 − 1.350 = 1.050 €
4. Lücke bei RentenbeginnLücke × Inflation über die Restlaufzeit (2 % p. a., 30 Jahre ≈ Faktor 1,81)1.050 € × 1,81 ≈ 1.900 € monatlich

Aus rund 1.900 Euro monatlicher Lücke ergibt sich – je nach Rentenfaktor und Entnahmedauer – ein Kapitalbedarf im mittleren sechsstelligen Bereich. Genau diese Zahl ist der Ausgangspunkt jeder ehrlichen Vorsorgeplanung. Erst danach stellt sich die Frage nach dem Produkt.

Kosten, Steuern und der Vorsorge-Check

Woran du erkennst, ob ein Angebot gut ist – und welche Fragen jedes seriöse Angebot beantworten können muss.
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4Kosten sind die stille Rendite-Bremse

Ein Prozentpunkt laufende Kosten pro Jahr kostet dich über 35 Jahre rund ein Fünftel deines Endkapitals. Bei Vorsorgeprodukten verstecken sich Kosten an fünf Stellen gleichzeitig:

KostenartWo sie anfälltTypische Größenordnung
Abschluss- und VertriebskostenAuf die Beitragssumme, meist in den ersten fünf JahrenDer größte Einzelposten – bei Nettotarifen entfällt er komplett
VerwaltungskostenLaufend auf jeden BeitragÜber die gesamte Laufzeit
Kosten auf das FondsguthabenJährlich auf das angesparte KapitalWächst mit dem Guthaben mit – langfristig der teuerste Posten
Fondskosten (TER)Innerhalb der FondsETFs deutlich günstiger als aktive Fonds
StückkostenFixer JahresbetragFällt bei kleinen Verträgen stark ins Gewicht
Die eine Kennzahl, die zählt: die Effektivkostenquote

Sie rechnet alle Kosten in eine jährliche Renditeminderung um und muss seit 2017 in jedem Produktinformationsblatt stehen. Damit werden Produkte vergleichbar, die auf dem Papier völlig verschieden aussehen. Wir vergleichen Angebote grundsätzlich über diese Kennzahl. Frag bei jedem Angebot danach – wer sie nicht nennen will, hat einen Grund dafür.

5Nachgelagerte Besteuerung – der übersehene Punkt

Fast jede geförderte Vorsorge verschiebt die Steuer in die Zukunft: Du sparst heute und versteuerst später die Rente. Das rechnet sich, solange dein Steuersatz im Alter niedriger liegt als heute – bei den meisten ist das so, aber nicht bei allen. Wer im Ruhestand Mieteinnahmen, mehrere Renten oder Kapitalerträge hat, landet schnell in ähnlicher Progression wie im Berufsleben. Dazu kommen Kranken- und Pflegebeiträge, die auf Betriebsrenten in voller Höhe anfallen.

WegAnsparphaseAuszahlungsphase
RürupAls Sonderausgabe absetzbarRente voll steuerpflichtig
RiesterZulagen plus möglicher SonderausgabenabzugRente voll steuerpflichtig
bAVAus dem Brutto – spart Steuer und SozialabgabenVoll steuerpflichtig plus voller KV- und PV-Beitrag
Private RenteAus dem Netto, keine FörderungNur Ertragsanteil (mit 67: 17 %) bzw. hälftiger Ertrag bei Kapitalauszahlung
ETF-DepotLaufend Abgeltungsteuer und VorabpauschaleAbgeltungsteuer auf realisierte Gewinne

6Vorsorge-Check: 8 Fragen vor jedem Abschluss

  1. Wie hoch ist deine Rentenlücke – inflationsbereinigt bis zum Rentenbeginn?
  2. Wie hoch ist die Effektivkostenquote, und wie schneidet sie im Marktvergleich ab?
  3. Welche staatliche Förderung steht dir konkret zu, und wird sie voll ausgeschöpft?
  4. Wie flexibel sind Beitragspausen, Zuzahlungen und Teilentnahmen?
  5. Was passiert im Todesfall vor und nach Rentenbeginn?
  6. Wie wird die Auszahlung besteuert, und welche Sozialabgaben fallen an?
  7. Ist der Rentenfaktor garantiert oder nur unverbindlich kalkuliert?
  8. Kannst du die Fondsauswahl innerhalb des Vertrags kostenfrei anpassen?

7Fondspolice oder ETF-Depot?

KriteriumETF-DepotFondspolice
Laufende KostenSehr niedrigHöher – abhängig vom Tarif, bei Nettopolicen deutlich geringer
Steuer während der AnsparphaseVorabpauschale jährlichKeine laufende Besteuerung
UmschichtenLöst jedes Mal Steuer ausSteuerfrei innerhalb des Vertrags
AuszahlungAbgeltungsteuer auf GewinneHälftiger Ertrag bzw. Ertragsanteil bei Verrentung
Lebenslange RenteNicht vorgesehen – nur EntnahmeplanGarantiert lebenslang
VerfügbarkeitJederzeitEingeschränkter, je nach Tarif

Es gibt keinen pauschalen Sieger. Wer 30 Jahre stur denselben Welt-ETF bespart, fährt meist mit dem Depot günstiger. Wer umschichten will, eine lebenslange Rente möchte oder einen hohen Grenzsteuersatz hat, kann mit einer kostengünstigen Nettopolice besser dastehen. Entscheidend ist eine Rechnung mit deinen Zahlen – wir stellen beide Varianten mit identischen Annahmen nebeneinander.

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DK Finanzkanzlei · Joel Dakaj & Flamur Kastrati · Bürostandort Eilendorfer Straße 215, 52078 Aachen · www.dk-finanzkanzlei.de — Diese Übersicht dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr. Stand 2026.