| Gruppe | Voraussetzung | Wechsel sinnvoll? |
|---|---|---|
| Angestellte | Bruttoeinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, voraussichtlich auch im Folgejahr | Häufig ja – abhängig von Familienplanung und Einkommensstabilität |
| Selbstständige & Freiberufler | Jederzeit, unabhängig vom Einkommen | Meist ja – in der GKV zahlst du den vollen Beitrag ohne Arbeitgeberanteil |
| Beamte & Anwärter | Beihilfeanspruch vom Dienstherrn | Fast immer ja – nur der Restanteil wird privat versichert |
| Studenten | Befreiung von der Versicherungspflicht zu Studienbeginn | Nur nach Rechnung – die Entscheidung bindet für das ganze Studium |
| Familien mit einem Verdiener | siehe Angestellte | Oft nein – die kostenlose Familienversicherung der GKV entfällt in der PKV |
| Kriterium | Gesetzliche KV | Private KV |
|---|---|---|
| Beitragsberechnung | Prozentsatz vom Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze | Nach Eintrittsalter, Gesundheit und gewähltem Leistungsumfang |
| Familie | Kostenlose Familienversicherung für Kinder und nicht erwerbstätige Partner | Jede Person zahlt einen eigenen Beitrag |
| Leistungsumfang | Gesetzlich definierter Katalog, Änderungen jederzeit möglich | Vertraglich garantiert und nicht einseitig kürzbar |
| Arztzugang | Reguläre Terminvergabe, längere Wartezeiten | Terminpriorität, freie Arzt- und Klinikwahl |
| Zahnersatz | Festzuschüsse, hoher Eigenanteil | Je nach Tarif 70 bis 100 Prozent Erstattung |
| Beitrag im Alter | Sinkt mit dem Einkommen im Ruhestand | Steigt tendenziell – abgefedert über Alterungsrückstellungen |
| Selbstbehalt | Nicht vorgesehen | Frei wählbar, senkt den Monatsbeitrag deutlich |
Der Beitrag setzt sich aus vier Stellschrauben zusammen: Eintrittsalter (je jünger, desto günstiger die dauerhafte Kalkulation), Gesundheitszustand (Vorerkrankungen führen zu Zuschlägen oder Ausschlüssen), Leistungsumfang (Chefarzt, Einbettzimmer, Zahnstaffel) und Selbstbehalt (600 bis 1.200 Euro jährlich senken die Prämie spürbar).
Ein Teil jedes Beitrags fließt in die Alterungsrückstellung – einen Kapitalstock, der die höheren Krankheitskosten im Alter abfedert. Seriöse Tarife kalkulieren sie ausreichend. Billigtarife locken mit Einstiegspreisen und holen sich das Geld später über Beitragsanpassungen zurück. Prüfe deshalb immer die Beitragshistorie der letzten zehn Jahre, nicht den heutigen Preis.
Gegen einen Zusatzbeitrag während der Erwerbsphase senkst du deinen Beitrag ab Rentenbeginn planbar um einen festen Betrag – zum Beispiel um 300 Euro monatlich. Arbeitgeber beteiligen sich bei Angestellten daran. Für alle, die dauerhaft in der PKV bleiben wollen, ist das der wirksamste Hebel gegen den Beitrag im Alter.
Anders als in der GKV entscheidet dein Gesundheitszustand über Annahme, Zuschlag oder Ablehnung. Ein abgelehnter Antrag wird im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft gespeichert und erschwert dir jeden weiteren Abschluss – auch bei anderen Gesellschaften.
| Schritt | Was passiert | Dein Risiko |
|---|---|---|
| 1. Vorbereitung | Patientenquittung der Krankenkasse anfordern, Behandlungen der letzten fünf Jahre sichten | Keins – aber ohne diesen Schritt drohen ungewollte Falschangaben |
| 2. Anonyme Risikovoranfrage | Dein Profil geht ohne Namen an mehrere Versicherer | Keins – keine Speicherung, keine Ablehnung möglich |
| 3. Auswertung | Du siehst, wer dich zu welchen Konditionen annimmt | Keins |
| 4. Antrag | Antrag nur dort, wo die Zusage vorliegt | Minimal |
| Baustein | Was er abdeckt | Für wen |
|---|---|---|
| Zahnzusatz | Bis zu 100 Prozent bei Zahnersatz, Implantaten, professioneller Reinigung | Praktisch für jeden GKV-Versicherten sinnvoll |
| Stationäre Zusatz | Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer | Wer die PKV-Klinikleistung ohne Vollwechsel möchte |
| Ambulante Zusatz | Heilpraktiker, Sehhilfen, erweiterte Vorsorge | Familien und gesundheitsbewusste Versicherte |
| Krankentagegeld | Einkommensausfall ab der siebten Woche | Für Selbstständige dringend empfohlen |